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Gründung des Monats: OnSite Solutions

VERÖFFENTLICHT AM
23.09.2026
Autor
Farzad Yaqubi
Kategorie
Gründung des Monats
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Gegründet wurde OnSite Solutions von Dr. Tristan Emich, Dr. Tobias Kropp und Mario Dropulić. Mit ihrer Lösung unterstützt das Team Gebäudeeigentümer, Betreiber und Planer dabei, vorhandene Daten und technische Systeme besser zu nutzen und Gebäudebetrieb zukunftsfähiger zu machen

 

Im Gespräch mit Moderatorin Daniela gibt Tobias Kropp Einblicke in den Weg von der Forschung am KIT in die Selbstständigkeit. Außerdem erzählen sie, welche Rolle KI für den Gebäudebetrieb der Zukunft spielen kann und warum frühe Kundengespräche oft wertvoller sind als die perfekte technische Lösung.

Du findest das ganze Interview auf Spotify und Apple Podcasts.

Wofür steht euer Unternehmen?

OnSite Solutions steht für die Digitalisierung des Gebäudebetriebs. Mit BAIOSS entwickeln wir eine Plattform, die Gebäudeeigentümer, Betreiber und Planer hilft, den digitalen Reifegrad eines Gebäudes zu verstehen und daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Unser Ziel ist es, vorhandene Daten und technische Systeme so nutzbar zu machen, dass Gebäude effizienter, transparenter und zukunftsfähiger betrieben werden können.

 

Wo und wie kam euch die zündende Idee zur Gründung?

Die Idee ist aus unserer gemeinsamen Arbeit am KIT entstanden. Wir haben uns intensiv mit der Digitalisierung von Gebäuden und insbesondere mit dem Smart Readiness Indicator beschäftigt. Dabei haben wir festgestellt, dass es zwar immer mehr Anforderungen und Möglichkeiten gibt, aber in der Praxis häufig die Verbindung zwischen Bewertung, technischen Daten und konkreten Maßnahmen fehlt. Genau diese Lücke wollten wir schließen. Aus der Forschungsfrage wurde schließlich die Idee, daraus ein nutzbares digitales Produkt zu entwickeln.

 

Wie hat sich das Gründungsteam zusammengefunden?

Wir (Tobias und Tristan) kennen uns bereits aus unserer gemeinsamen Zeit am KIT. Dort ist auch die ursprüngliche Idee für unser Unternehmen entstanden und über die gemeinsame Arbeit an der Digitalisierung von Gebäuden weiter gereift. Mario kam später eher durch einen Zufall in unserem direkten persönlichen Umfeld dazu. Im Austausch wurde schnell deutlich, dass sich unsere unterschiedlichen Kompetenzen sehr gut ergänzen. Aus der gemeinsamen Idee und dem persönlichen Kontakt ist schließlich unser heutiges Gründerteam entstanden.

Was ist eure große Vision?

Unsere Vision ist, dass Gebäude zukünftig selbstständig erkennen können, wo Potenziale liegen, und daraus konkrete Verbesserungen ableiten. Heute fehlt häufig die Verbindung zwischen den vielen Daten, technischen Systemen und den Menschen, die ein Gebäude betreiben. Wir wollen diese Verbindung schaffen. Langfristig soll BAIOSS dabei nicht nur den Zustand eines Gebäudes bewerten, sondern als intelligente Plattform verschiedene Datenquellen und KI Agents miteinander orchestrieren und dadurch einen zunehmend autonomen Gebäudebetrieb ermöglichen.

Wo seht ihr nennenswerte Hürden beim Gründungsprozess?

Eine der größten Herausforderungen ist, den Schritt von der Forschung in die Wirtschaft konsequent zu gehen. In der Wissenschaft geht es stark darum, eine Fragestellung fundiert zu untersuchen. Als Unternehmen muss man dagegen sehr schnell herausfinden, welches konkrete Problem Kunden tatsächlich lösen wollen und wofür sie bereit sind, Geld auszugeben.

Wo habt ihr euch Unterstützung geholt?

In der frühen Phase haben wir insbesondere Unterstützung durch die KIT-Gründerschmiede und das CyberLab in Karlsruhe erhalten. Beide haben uns dabei geholfen, unsere Idee zu schärfen, erste unternehmerische Erfahrungen zu sammeln und wertvolles Feedback zu bekommen. Später kamen mit AXEL, dem Energie-Accelerator, und GroundBreakers weitere wichtige Anlaufstellen hinzu. Besonders wertvoll war für uns dabei der Austausch mit Mentoren, Branchenexperten und anderen Gründerinnen und Gründern, die uns geholfen haben, aus einer wissenschaftlich geprägten Idee ein marktfähiges Produkt zu entwickeln.

Was waren in eurer Gründungsphase besonders große Herausforderungen?

Eine große Herausforderung war für uns, aus einem komplexen fachlichen Thema ein Produkt zu machen, das für einen Nutzer einfach verständlich und direkt anwendbar ist. Gerade beim Thema Gebäudedigitalisierung gibt es sehr viele technische Details, Standards und unterschiedliche Systeme. Unsere Aufgabe war es, diese Komplexität im Hintergrund abzubilden, ohne sie dem Nutzer aufzubürden.

Erster Pilotkunde, erster Prototyp – was waren eure Learnings?

Gerade bei Gebäuden ist die Ausgangssituation sehr unterschiedlich. Datenqualität, technische Ausstattung und vorhandene Systeme unterscheiden sich von Gebäude zu Gebäude erheblich. Deshalb muss eine Lösung flexibel genug sein, um mit unterschiedlichen Ausgangssituationen umgehen zu können. Diese Erkenntnisse sind direkt in die Weiterentwicklung von BAIOSS eingeflossen.

Was hat sich seit der formalen Gründung verändert?

Mit der formalen Gründung wurde aus einer wissenschaftlichen Idee ein echtes Unternehmen mit echten Kunden, Erwartungen und Verantwortung. Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, ob etwas technisch funktioniert, sondern auch darum, ob es verständlich ist, einen Markt gibt und ein nachhaltiges Geschäftsmodell daraus entstehen kann.

Wie habt ihr das Problem der Finanzierung gelöst?

Wir befinden uns aktuell noch in der Förderung durch das EXIST Gründerstipendium. Damit konnten wir in der bisherigen Gründungsphase die Entwicklung von BAIOSS und den Aufbau des Unternehmens vorantreiben. Wie es danach weitergeht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Aktuell stellen wir die Weichen für die nächste Phase und schauen uns verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung an.

Haben aktuelle globale Krisen Auswirkungen auf euer Startup?

Da wir ein Softwareunternehmen sind, sind wir nicht in klassische Produktions- oder Materiallieferketten eingebunden. Direkte Auswirkungen auf unsere Produktion gibt es daher kaum. Indirekt merken wir allerdings, dass wirtschaftliche Unsicherheit Investitionsentscheidungen beeinflusst.

Was sind eure nächsten großen Meilensteine in den kommenden 12 Monaten?

Unser wichtigster Meilenstein ist zunächst, BAIOSS weiter am Markt zu etablieren und aus den ersten Gesprächen und Projekten langfristige Kundenbeziehungen zu entwickeln. Gleichzeitig wollen wir die Plattform funktional weiter ausbauen und insbesondere die Bereiche Handlungsempfehlungen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und KI-Agents weiterentwickeln.

Welche Eigenschaft sollte man aus eurer Sicht als Gründer mitbringen?

Aus unserer Sicht braucht man vor allem Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, ständig dazuzulernen. Als Gründer läuft selten etwas genauso, wie man es ursprünglich geplant hat. Man muss deshalb bereit sein, seine eigene Idee immer wieder zu hinterfragen und gleichzeitig an der langfristigen Vision festzuhalten. Außerdem hilft es enorm, wenn man keine Scheu davor hat, Dinge selbst anzupacken, auch wenn sie außerhalb der eigenen bisherigen Expertise liegen.

Habt ihr ganz praktische Tipps für andere junge Unternehmensgründer?

Sprecht so früh wie möglich mit potenziellen Kunden. Nicht erst, wenn das Produkt fertig ist, sondern bereits während der Ideenphase. Wir haben sehr viel daraus gelernt, unsere Annahmen direkt mit der Praxis abzugleichen.

 

 

Was würdet ihr aus heutiger Sicht vielleicht anders machen?

Wir würden wahrscheinlich noch früher und noch konsequenter mit potenziellen Kunden sprechen. Gerade aus der Forschung kommend besteht die Gefahr, zunächst sehr stark auf die technische Lösung zu schauen. Heute würden wir noch früher testen, welche Funktion für den Nutzer tatsächlich den größten Wert schafft.

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