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Gründung des Monats: lytris

VERÖFFENTLICHT AM
05.09.2025
Autor
Emma Schmitt
Kategorie
Gründung des Monats
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In der neuen Episode von Tomorrows Founders sprechen wir mit den beiden über die Vision von lytris, wie KI den Studienalltag erleichtern soll – und warum Johannes‘ „Fundraising-Bart“ immer für eine gute Geschichte sorgt. Im Gespräch mit Moderatorin Daniela Musial-Lemberg geht es um die Frage, wie digitale Tools Lernhürden abbauen können, welche Rolle Dozierende dabei spielen und warum es Mut braucht, Bildung neu zu denken.

 

Hier findest du das ganze Interview auf Spotify und Apple Podcasts.

Wofür steht euer Unternehmen?

 

Wir wollen MINT-Bildung auf Uni-Niveau zugänglicher machen und Hürden abbauen. Dafür entwickeln wir einen KI-Lernassistenten speziell für MINT-Studierende. Unser Ansatz geht aber weit über reine Antwortgenerierung hinaus: lytris bietet präzise Skript-Zitationen, einen Tutor-Modus, der Schritt für Schritt durch Aufgaben führt, und interaktive Visualisierungen mit Tools wie Falstad, Matplotlib oder dynamischen SVGs, damit man Inhalte wirklich versteht.

 

Alle Ergebnisse werden formal verifiziert, damit die Korrektheit stimmt. Die Oberfläche ist auf die speziellen Anforderungen in MINT-Fächern zugeschnitten. Gerade bereiten wir einen Pilotversuch mit Mathe-Dozenten vor und freuen uns über weitere Kooperationen, um zu testen, wie unser System die Lehre sinnvoll ergänzen kann.

 

Wo und wie kam euch die zündende Idee zur Gründung?

 

Die Idee kam Johannes in einer Mathe-Vorlesung bei Prof. Dr. Norbert Henze. Da hat er zum ersten Mal gemerkt: Mathe kann echt Spaß machen. Vor allem, weil der Professor die Voraussetzungen jedes Beweises nochmal wiederholt hat und statt Kreide an der Tafel moderne Präsentationen genutzt hat. Da wurde klar: Wie man Inhalte vermittelt, macht einen riesigen Unterschied.

 

Wie hat sich das Gründungsteam zusammengefunden?

 

Julian und Johannes kannten sich über Johannes’ Bruder, mit dem Julian in Konstanz studiert hat. Richtig ins Gespräch kamen sie dann auf der Streetparade – über Gott und die Welt, Vertrauen und was ihnen wichtig ist. Später hat Julian Johannes wegen einer Idee angerufen, dieser ist direkt runtergefahren und die beiden haben ein MVP gebaut. So hat alles angefangen.

Was ist eure große Vision?

 

Wir wollen die beste KI-Plattform im Bereich MINT-Lernen und -Research werden. Unser Ziel ist es, dass Studierende und Forschende mit unserer Hilfe schneller, tiefer und mit mehr Spaß lernen können.

 

Wo seht ihr nennenswerte Hürden beim Gründungsprozess?

 

Ganz ehrlich: schon beim Notartermin. Das Problem ist, erstmal überhaupt einen Termin zu finden – und dann der ganze Prozess mit Konten, Verträgen und Formalitäten. Wenn man das noch nie gemacht hat, ist es echt ein Dschungel. Zum Glück konnte Julian auf seine Zeit beim Finanzamt zurückgreifen, das hat uns einiges erleichtert.

 

Wo habt ihr euch Unterstützung geholt?

 

Unsere Mentorin der ersten Stunde ist Corinna Jahn – wir haben sie beim KIT Innovators Homecoming kennengelernt. Außerdem sind wir Teil der Campus Founders in Heilbronn. Diese Netzwerke haben uns nicht nur fachlich, sondern auch strategisch sehr geholfen. Die KIT-Gründerschmiede hat uns auch grad am Anfang viel unterstützt.

 

Was waren in eurer Gründungsphase besonders große Herausforderungen?

 

Eine große Herausforderung war der Sprung von der Idee zum Produkt. Wir haben viele Pivots gemacht, bis wir die richtige Richtung gefunden haben. Und dann gab es noch Co-Founder-Issues: Wir hatten einen dritten Mitgründer, der nichts beigetragen hat. Am Ende mussten wir ihn über unsere Vesting-Klausel rausnehmen. Das war nicht schön, aber wichtig fürs Team.

Hat sich seit der formalen Gründung etwas für euch geändert?

 

Ja, auf jeden Fall. Mit der Gründung kam eine neue Verbindlichkeit ins Team. Und der Gründungstag selbst ist für uns so ein bisschen wie ein Marker: Damals haben wir angefangen. Alles, was danach kam, fühlt sich seitdem noch realer an.

 

Wie habt ihr das Problem der (Anschluss-)Finanzierung gelöst?

 

Wir hatten ein Stipendium von den Campus Founders und sind aktuell im Fundraising für unsere Pre-Seed-Runde.

 

Was sind eure nächsten großen Meilensteine in den kommenden 12 Monaten?

 

Wir wollen unsere Vollversion releasen, dazu eine Job-Matching-Komponente, und auf 10.000 Nutzer wachsen.

 

Welche Eigenschaft sollte man aus eurer Sicht als Gründer*in mitbringen?

 

Neugierde und die Fähigkeit, auch in schwierigen Phasen dranzubleiben.

 

Habt ihr ganz praktische Tipps für andere junge Unternehmensgründer*innen?

 

Redet mit so vielen Nutzer*innen wie möglich – und zwar so früh wie möglich. Feedback ist Gold wert, auch wenn man noch nicht viel vorzuweisen hat. Ein super Buchtipp dazu ist The Mom Test.

 

Was würdet ihr aus heutiger Sicht vielleicht anders machen?

 

Wir würden nicht sofort eine GmbH gründen – das setzt einen schnell unter Zugzwang. Und wir hätten noch früher und strukturierter mit potenziellen Nutzer*innen gesprochen, um schneller zu validieren, was wirklich gebraucht wird.

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