Gründer des Monats: MARA

VERÖFFENTLICHT AM
30.03.2021
Autor
Daniela Musial-Lemberg
Kategorie
Gründer des Monats
Zur Übersicht
Wofür steht euer Unternehmen?

 

Mit MARA helfen wir Unternehmen dabei, Konsumenten besser zu verstehen, indem wir unüberschaubare Mengen von Kundenfeedback automatisiert auswerten. Mit Hilfe von Deep Learning analysieren wir beispielsweise Online-Kundenrezensionen und leiten daraus tiefe Einblicke in die Themen ab, die die Konsumenten bewegen.

Darüber hinaus stehen wir als Team für einen offenen Umgang miteinander, eine ausgeprägte Lust am Lernen – das macht man beim Gründen jeden Tag automatisch – und den Willen, ein Unternehmen aufzubauen, in dem sich jeder Mensch wohlfühlt.

 

 

Wo und wie kam euch die zündende Idee zur Gründung?

 

Unsere Gründung baut wesentlich auf Tobias‘ Dissertation auf. Während seines Promotionsprozesses und sogar direkt in seiner Verteidigung kam immerwieder der Punkt auf, dass man daraus doch „etwas machen“ könne. Tobias ist direkt nach der Promotion aber zuerst als Data Science Consultant in eine Top Tier-Strategieberatung gegangen, und hat dort auch Ingo kennen gelernt. Etwa anderthalb Jahre nach Tobias hat Max seine Promotion am gleichen Lehrstuhl abgeschlossen – daher kannten sich die beiden auch – und mit Unterstützung unseres gemeinsamen Doktorvaters und des KIT, haben wir uns für das Exist-Gründerstipendium beworben und wurden angenommen. Nun sind wir seit April 2020 dabei, Tobias‘ Prototypen aus der Dissertation in ein Produkt umzusetzen, sind auf diesem Weg schon recht weit gekommen und konnten erste Kunden gewinnen.

Wo seht ihr die Hürden auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen? Wo habt ihr euch Unterstützung geholt?

 

Ohne das Exist-Stipendium wäre uns der Schritt aus gut bezahlten Jobs (Tobias und Ingo) bzw. der Verzicht auf den Schritt in einen gut bezahlten Job ehrlicher Weise vermutlich recht schwergefallen. Eine grundlegende Sicherung des Lebensunterhalts ist sehr beruhigend und gibt einem die Möglichkeit, sich voll und ganz auf die Idee und das „Projekt Gründung“ zu fokussieren. Insbesondere im B2B-Bereich fasst man nicht von heute auf morgen Fuß, weil man sich als junger Player am Markt zuerst behaupten muss und die Sales-Zyklen mit (Groß-)Unternehmen teilweise sehr lang sind. Hier hat uns das Next Commerce Accelerator-Programm aus Hamburg sehr geholfen, bei einigen Unternhemn mit den richtigen Personen in Kontakt zu kommen. Ohne dieses Programm, hätten wir wahrscheinlich nur die Hälfte der Pilotkunden akquirieren können.

 

Was waren in der Gründungsphase eure größten Herausforderungen, denen ihr euch stellen musstet?

 

Eine der größten Herausforderungen beim Gründen ist, dass es immer mehr Themen gibt, die man bearbeiten könnte oder sogar müsste, als man bearbeiten kann. Man fängt in einem kleinen Team an, an einem Thema zu arbeiten, das das Team interessiert. Dadurch macht man immer weitere Themenfelder auf – manchmal auch administrativer Art, sowas gehört zum Gründen ganz natürlicherweise dazu – man ist aber weiterhin ein kleines Team. Das heißt man kommt sehr schnell an den Punkt, wo man sehr stark und strikt priorisieren und Entscheidungen – gerade als Team aus Junggründer:innen – unter großer Unsicherheit treffen muss. Bisher haben wir das Gefühl, haben wir uns dieser Herausforderung ganz gut gestellt. Eine weitere große Herausforderung im B2B-Geschäft ist es, allein schon Feedback zur Idee und zum Produkt einzuholen. Man verkauft eben kein Produkt an Endkonsumenten, mit dem man sich vllt. mal in die Fußgängerzone stellen kann, um ein paar potentielle Kunden zu befragen. Und nicht jeder startet mit einem ausgeprägten Netzwerk in die relevanten Unternehmen – und selbst wenn, heißt das nicht, dass man flott an Feedback und Kunden kommt. Außerdem: siehe nächste Antwort.

 

Hatte Corona bisher einen Einfluss auf euer Start-up/ Branche und wenn ja, welche?

 

Wir sind im April letzten Jahres mit dem Exist-Stipendium zeitgleich mit dem Beginn der Covid-Krise in deutschland gestartet. Das war natürlich gefolgt von großer Unsicherheit in den Unternehmen, welche oft auch zu Investitions-Stopps führten, die nicht selten Innovations-Budget betrafen. Die Lage hat sich aus unserer Sicht aber relativ zügig beruhigt und wir haben die ersten Monate intensiv genutzt, um unser Produkt sauber aufzusetzen und parallel auf die Suche nach geeigneten Ansprechpartnern zu gehen.

 

Welche Eigenschaft sollte man aus eurer Sicht als Gründer mitbringen?

 

Lernbereitschaft und Neugier: Es ist wahnsinnig toll, oft neue Dinge lernen zu können. Es gibt aber auch nicht selten Dinge, die man halt lernen muss, weil sie dazugehören. Auch daran sollte man irgendetwas positives finden können.

Resilienz und eine gewisse Grundgelassenheit: Wer schnell verzweifelt, weil Dinge nicht funktionieren, sollte wenigstens Mitgründer:innen an der Seite haben, die damit gut zurecht kommen. Es wird vieles nicht funktionieren. Eventuell stellt sich sogar die initiale Idee als nicht machbar heraus. Dann muss es noch nicht vorbei sein, wenn man einen Grundoptimismus mitbringt und der Rest passt.

Teamgeist: Wir stellen im Team immer wieder fest, dass wir zusammen einfach viel stärker sind. Wir geben uns große Mühe, eine angenehme Unternehmenskultur aufzubauen, in der jede:r wachsen und sich entwickeln kann. Wir wissen es noch nicht mit Sicherheit, aber wir haben das Gefühl, dass das ein entscheidender Baustein auf dem Weg zum Erfolg wird.

 

Habt ihr Tipps für andere junge Unternehmensgründer?

 

Nicht zu viel durchdenken, sondern einfach mal machen. Mit Leuten reden, die eigene Idee kritisch ergrüden („The Mom Test“, Rob Fitzpatrick). Hilfe annehmen und suchen! Team, team, team!

 

Vielen Dank für das Interview und euch weiterhin viel Erfolg.

Euer KIT-Gründerschmieden-Team

Du Willst noch mehr sehen?

Weitere
BEITRÄGE